Im Güterverzeichnis des Grafen Heinrich von Dalen, Herr zu Diepenheim, wird ein Hof Harmolle in Haaksbergen aufgeführt. Dieser Besitz bestand aus zwei Höfen, und zwar Harmolle in Haaksbergen und de Har in Alstätte. Beweis: Beschreibung im Markenbuch von Buurse über eine Grenzübereinkunft zwischen dem Hochstift Münster und dem Land Overijssel vom September 1969. Dort ist unter anderem die Rede davon, dass ein Graben die thwentische und münsterische „Haermülere“ scheidet.
1350
Der Bischof von Utrecht verpfändet für 150 Goldschilde das Gut de Har an den Grafen Heinrich von Solms zu Ottenstein. Zu dieser Zeit hat bereits eine Mühle an der Aa an der jetzigen Stelle gestanden, die in der Zeit zwischen 1331 und 1350 entstanden ist.
1408
Nach der Zerstörung der Burg Ottenstein und der Vertreibung der Herren von Solms durch den Bischof von Münster, Otto von Hoya, wird das Harinkerbe, wie das Gut de Har sich auch nennt, fürstbischöfliches Eigentum.
1619
In diesem Jahr wurde die jetzige Mühle erbaut. Dieses ist durch eine Inschrift in einem Eichenbalken oberhalb der Tür unter dem Wappen des Fürstbischofs von Münster bezeugt:
Anno Domini 1619 den 26. November
1721
Es erfolgt eine Renovierung der Mühle:
Renovatum anno 1721
1776
Als erster Pächter wird in einer notariellen Urkunde dem Heinrich Wülfering gen. Haarmann und seiner Ehefrau Maria Catharina Rölfing das eigenhörige Gut Haarmann nebst der Wassermühle in Erbpacht gegeben „auf drei Leiber nach ihm“ (3 Generationen).
1803
Infolge des Reichsdeputationshauptschlusses - Entschädigung der deutschen Fürsten für Verlust von linksrheinischem Besitz in Frankreich durch kirchliches Eigentum - wird der
Fürst Salm-Salm zu Anholt Eigentümer des Harinkhofes oder auch Gut Haarmann genannt.
1852
befand sich laut Gewerbesteuer-Rolle des Amtes Ottenstein für das Jahr 1852 im Kirchspiel Alstätte Nr. 24 eine Kornwassermühle
„Sie wird von der Aa getrieben, hat 2
unterschlägige und 1 oberschlägiges Rad, jedes mit 1 Mahlgang. Letzteres Rad wird mit beiden ersten nur wechselweise in
Betrieb gesetzt, und da es dieser Mühle häufig an Wasser gebricht, so können die unterschlägigen Räder oft von Johannis bis Michaeli und nicht selten vom May bis
November nicht in Betrieb kommen“.
Über die Ölmühle wird folgendes berichtet:
„Sie ist eine Wassermühle und an dem
nämlichen Stauwerke mit 1 unterschlägigen Rade und 2 Pressen gelegen. Dieser Mühle gebricht es über die halbe Jahreszeit an Wasser, indem für sie nur dasjenige Wasser benutzt wird, was zum Treiben der
Kornmühle nicht erforderlich ist, was nur in der nassen Jahreszeit zutrifft“.
Als Betreiber wird der Müller Johann
Haarmann angeführt. Er hat für das Jahr 1851 monatlich 1 Reichsthaler und
10 Silbergroschen, jährlich 16 Rhtr.,
zu zahlen.
1905
Josef Clemens August Brüggemann aus Bunnen bei Löningen (Großherzogtum Oldenburg) übernimmt als Pächter vom Fürsten Salm-Salm das Gut Haarmann nebst Wassermühle.
1930
Clemens-August Brüggemann eröffnet einen Ausschank für Kaffee, Tee, Mineralwasser, Milch, Flaschenbier etc.
1982
Mühle, Stauwerk und Brücke werden von der Stadt Ahaus angekauft und restauriert.
1988
Gesamtrestaurierung der Mühle einschließlich Instandsetzung der Mühlenmechanik
(2 Mahlgänge).
2000
Einrichtung einer Wasserkraftanlage zur CO²-freien Stromerzeugung.